Die Geschichte des Hofes

Die Familie Bistram hat den Tarnawa Wappen verwendet. Der litauische Anfänger der Bistram Familie war der Höfling des Kaisers Wladislaw IV, Herr Jonas Kazimieras Bistramas, der für seine Verdienste ein großes Grundstück im Mitten Litauens bekommen hat und hier aus Kursch umzog. Einer von seinen Söhnen kehrte nach Kursch zurück, und der Andere, Jonas Evaldas, heiratete ein polnisches Mädchen Ana Svecicka und blieb in Litauen. Am Ende des 17. Anfang des 18. Jahrhunderts hat er zwei Parke in Juodos - Tal gekauft.  Später wurde der Park mit Höfen von seinen Abkömmlingen verteilt: eins davon, zu dem Dūdonys, Uliūnai und Gautkalnis gehörte wurde zum Karaliava, das andere – zum Bistrampolis. Am Anfang des 19. Jahrhunderts hat Karolis Bistramas die Höfe vereinigt. Sein Sohn Karolis (1819-1887), der Marschall von Upytė, heitatete Fräulein Zofija Mineikaite und vererbte die Höfe Upytės und Stultiškių. Sein Sohn Vladislav hatte wenig Interesse an seine Höfe. Die Winter verbrachte er meistens in Warschau. Er starb im 1918. Mit seiner Frau Kamenskaite hatte er 8 Kinder: die Söhne Wladislaw, Kazimieras, Karolis, Tadeušas und die Töchter Gabrielė, Jadvyga, Michalina und Irena. Tadeuš Bistramas vererbte Bistrampolis und heiratete Fräulein Mariją Meištavičiūtę aus Pajuostis. In den Zwischenkriegszeiten wohnte er in Vilnius, der damals Polen gehörte. 1940, als das Hof nationalisiert wurde, wurden seine Nachkömmlinge als Inhaber verzeichnet.


Die Schaffung einer Residenz in  Einklang mit dem Wohlstand wurde zur Sorge der Bistram Familie  in der Mitte des 19 Jahrhunderts. Der neue gemauerte Palast wurde in 1850 beendet. Die Herstellung des ganzen Hof-Ensembles, zusammen mit dem Park dauerte bis 1863. Es entstanden im Park Teiche mit Brücken. Der einstöckige Mauerpalast mit Säulen und Bogen in der Hauptfassade, stehen im westlichen Teil des Parks. Das Erdgeschoss war für die Administration bestimmt. Außerdem gab es hier Gästezimmer, und der ganze rechte Flügel war ein großer Saal, der in zwei Teile geteilt wurde. Es gab eine Steintreppe in den ersten Stock. Der erste Stock repräsentierte die Familie. Hier gab es größere und kleinere Salons, ein Esszimmer, ein Arbeitszimmer und eine Bibliothek. Hier liegt Parkett aus dunklem und hellem Holz, das unterschiedliche Schriften und Sterne darstellt. In anderen Zimmern findet man lackierte Holzboden. In zwei Zimmer gab es Kamine. In anderen -  rechteckige oder dreieckige Öfen. Der Palast war mit den Möbeln im Stil des Ludwigs XVI und des Ludwigs Philipps ausgestattet. Es gab auch viele Kunstwerke, Waffen und ein wertvolles Familienarchiv. In der Bibliothek gab es etwa 2000 Bücher. Das Schicksal der Kunstwerke ist unbekannt. Viele von denen konnten während des ersten Weltkrieges verlorengehen. Das Hof verfiel auch in den Zwischenkriegszeiten, denn Tadeuš Bistram war antilitauisch und wohnte in Vilnius. Nach dem Krieg gehörte das Hof der Landwirtschaftgemeinde einer, später der Uliūnai Landwirtschaftgemeinde. Einige Zeit danach stand das Hof ohne Inhaber. 1997 wurde das Hof an die Kathedrale des Kaisers Christus übergeben. Im 2003 wurde das Hof von einer Jugendorganisation VšĮ “Jaunimo integracijos galimybių centras‘ übernommen.

 

Das Bistrampolis Hof ist in den Registern des Kulturerbes der Republik Litauen eingetragen. (G 120 K). Der Park ist ein naturdenkmal (Gv. 80)

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1. Zentralpalast, einstöckig, gemauert, verputzt. Gebaut in 1850. Klassizistischer Stil. RESTAURIERT.
2. Wagenhaus, Erdgeschoss mit Keller, aus Stein gemauert, die Mauer mit roten Ziegeln dekoriert. Im 19. Jahrhundert gebaut.  Neugotischer Stil.  RESTAURIERT.
3. Gestüt, Erdgeschoss, aus Stein gemauert, die Mauer mit roten Ziegeln dekoriert. Im 19. Jahrhundert gebaut. Neugotischer Stil.  RESTAURIERT.
4. Eiskeller, Erdgeschoss mit Keller, Dekor-Mauer. Im 19. Jahrhundert gebaut. Nur Mauer da. RESTAURIERT.
5. Gärtnerhaus, Erdgeschoss, aus roten Zielen gemauert, verputzt. Ende des 19.Jahrhunderts gebaut.  RESTAURIERT.
6. Gartenhaus mit Keller, gemauert, Überlagerung aus roten Ziegeln da. Im 19. Jahrhundert gebaut. Zerstört. RESTAURIERT.
7. Stall, Erdgeschoss aus Steinen gemauert, mit roten Ziegeln dekoriert. 1854 gebaut.
8. Scheune, Erdgeschoss, aus Holzbalken mit aus Stein gemauerten, verputzten Masten. 1857 gebaut.
9. Pferdestall, aus Steinen gemauert, mit roten Ziegeln dekoriert. 1854 gebaut. Nur Mauer da.
10. Kraftwerk, aus Rotziegeln gemauert, verputzt, im 19. Jahrhundert gebaut, im 20. Jahrhundert wurde zum Kraftwerk. RESTAURIERT.
11. Park, gemischt, gepflanzt im 19. Jh. Es wachsen hier 13 Arten von einheimischen und 3 eingeführten Baumarten. Gebüsche demnach 4 zu 8. RESTAURIERT.
12. Friedhof, weiter vom Hof, mit einer Steinmauer umgeben, mit einem Steindenkmal.


Vorbereitet von dem Historiker Petras Juknevičius